Quellen: Olivenölseminar in Lucca 2021, Olivenernte 2021 in Italien, Michaela Bogner, Andreas März (Merum Dossier)
Olivenöl - das flüssige Gold in Italien
Fast jeder nutzt es in der Küche, aber kaum jemand weiß darüber tiefgründiger Bescheid. Das Olivenöl ist eines der ältesten Nahrungsmittel der Menschheit – und es war noch nie so vielfältig und gesund wie heute. Wir klären dich in einem neuen Beitrag von Waldi will’s wissen über die aktuelle Olivenöl Situation in Italien auf.
Die Geschichte des italienischen Olivenöls
Der Olivenbaum ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, und die Geschichten rund um Olivenbaum, Olivenzweig und Olivenöl gehen weit zurück – von Heilmittel, Friedenssymbol und Olympia-Siegerprämie über Lampenöl bis hin zu Betrug, Massenprodukt, Qualität und Genuss.
Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl. Es gibt 540 verschiedene Olivensorten – und das nur in Italien. Diese Biodiversität ist die weltweite Nummer 1. Und nicht nur bei der Sortenvielfalt, sondern auch als Olivenölimporteur ist Italien an der weltweiten Spitze. Das liegt zum einen daran, dass Italien durch den eigenen Ertrag nicht einmal den eigenen Bedarf decken kann. Zum anderen variiert der Ernteertrag von Jahr zu Jahr durch klimatische Veränderungen und Schädlingsbefall – mit der Tendenz, dass der Ertrag eher abnimmt.
Importierte Oliven oder Olivenöle sind keinesfalls von Spitzenqualität, sondern nur Standardqualität – diese werden mit italienischen Standards vermischt, zu günstigen Massenprodukten verarbeitet und an große Einzelhandelsketten verkauft. Das ist der erste Grund, warum billiges Olivenöl aus dem Discounter, selbst wenn das Etikett „produziert in Italien“ suggeriert, nicht gekauft werden sollte. Wer mehr erfahren möchte, sollte sich mit der mehrtägigen Lagerung von Oliven, langen Transportwegen und den daraus resultierenden Folgen wie Schimmel, Oxidation und Olivenfliegen befassen.
Schluss mit Lustig!
Seit der Jahrtausendwende kommt dank Experten, Wissenschaftlern, Ingenieuren und Spitzenproduzenten endlich Bewegung in den Olivenölsektor. Panscherei, Etikettenschwindel und Lebensmittelbetrug gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an.
Das Interesse der Menschen hat sich verändert – ihnen liegt viel an Herstellungsprozessen, Kulinarik, Genuss, gesunder Ernährung und Gesundheit. So auch beim flüssigen Gold, dem Olivenöl.
Unterstütze Olivenöl-Bauern aus Italien
Durch die Massenproduktion und den enormen Preisdruck leiden viele Olivenölbauern in Italien. Sie geben nach und nach ihre Olivenhaine auf, weil es sich nicht mehr lohnt. Zudem ist meist kein Erbe bereit, die schwere Traditionsarbeit für wenig Geld weiterzuführen.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir nicht die günstigen und minderwertigen Öle bei den großen Handelsketten kaufen – sondern stattdessen die kleinen Bauern in Italien unterstützen und dort hochwertiges natives Olivenöl extra kaufen. Wir alle können einen Teil dazu beitragen, die große Artenvielfalt der Olivensorten und die Schönheit der Olivenhaine zu erhalten, damit die Tradition Zukunft hat.
Olivenöl heute
Laut zertifizierter Olivenölverkosterin Michaela Bogner befindet sich der Olivenölsektor heute dort, wo sich der Wein vor 40 Jahren befand – es ist der Beginn einer Qualitätsoffensive. Es ist die Zeit von „SuperOlio“ (= Olivenöl der Spitzenklasse)!
Wer mehr über das spannende Thema Olivenöl erfahren möchte, kann sich das Wissen in Expertenbüchern erlesen, ein Olivenöl Tasting machen oder bei der Olivenernte selbst mithelfen. Folgende Bücher kann ich empfehlen: „SuperOlio“ von Michaela Bogner oder „Das Olivenöl Dossier“ von Merum (Werbung unbezahlt).
Wir hoffen, wir konnten dir mit diesem Blogeintrag einen kleinen Einblick in den Schatz – das flüssige Gold – geben.
Bis zum nächsten Mal,
Waldi & sein Team